Donnerstag, 27. Juli 2017

Zauberpflanzen und Hexentücher?

Wenn ich von oben aus meinem Zimmer in den Garten schaue, sieht es momentan aus wie ein kleiner Urwald. Durch den Regen und die Wärme explodiert förmlich die Natur.


...einige nennen mich Mutter Holunder, 
andere nennen mich Dryade,
aber eigentlich heiße ich Erinnerung
aus: Andersen, Christian Mutter Holunder und andere Märchen Beltz & Gelberg 1992

Die Clematis, die mittlerweile schon verblüht ist, ist im Frühjahr noch durch den Holunder gewachsen. Die verblühten Zweige haben jetzt allerdings auch noch voll ihren Charm. 



Der Holunder gehört für mich zu den Pflanzen, die ich sehr interessant finde. Er ist gut für die Gesundheit, man kann sehr leckere Sachen von den Blüten und Beeren herstellen, färben und ganz viele Geschichten über ihn erzählen und noch vieles mehr. Das würde jetzt hier den Rahmen sprengen; wenn die Beeren reif sind, werde ich nochmal darüber berichten, wie ich sie verarbeitet habe. Ich dachte an Saft und Gelee, aber mal schauen.

Mich packt es ja immer ein bisschen, wenn ich dort drunter sitze..., lausche und beobachte. 

Früher pflanzte man den Holunder zum Schutz gegen böse Geister und gegen Blitzeinschlag - und da das Häuschen von 1921 ist, ist der Holunder bestimmt mindestens genauso alt und deswegen auch gepflanzt worden, also gegen böse Geister und Blitzeinschlag.

Das finde ich ein bisschen gruselig, aber ich hoffe es hilft noch immer. 

Abends mit einem Feuerchen, Kerzen und einer Räucherung wird die Stimmung dann noch runder. 


 Die Passionsblume ist auch immer wieder ein Kunststück. Voriges Jahr war sie üppiger, aber dieses Jahr ist sie auch noch wunderschön. 
 


Gesponnen habe ich die letzten Tage auch wieder ein bisschen und

zum erstenmal die Herzchenferse ausprobiert. 
Ich finde sie hat eine gute Paßform und ich kann sie mir endlich mal merken ohne nachzuschauen, denn die Fersenwand wird nur geteilt und nicht gedrittelt. 
Na gut, diejenigen die öfter Socken stricken, müssen wahrscheinlich bei keiner Ferse nachschauen, aber ich stricke ja nur hin und wieder mal ein Paar.

Gestrickt habe ich sie wieder mit Resten von meiner Sockenwolle. Das heißt, Reste sind es eigentlich nicht wirklich, aber momentan finde ich gaaanz bunte Socken, also da wo die Farben eigentlich nicht wirklich zusammen passen, am schönsten.., widdewidde wit  

 
 Eine Clematis die jetzt gerade blüht und zwischen der Passionsblume wächst.

Das ist das Tuch, was ich im vorigen Post schon angekündigt habe, da es auch blau ist.

Ich glaube die "Wolle", oder Fusselgarn, war vom Dachboden, in den untersten Schubladen meiner Mutti.
Ich würde sie mir nie und nimmer kaufen. 
100 % Polyester von der Firma Gründl, 50 g/100 m
sie heißt auch noch Hawaii, na das paßt ja nun mal überhaupt nicht, finde ich


Gestrickt habe ich es an 2 Abenden; 
mit Nadelstärke 10 kein Hexenwerk.
Angefangen mit 
5 M aufnehmen, umdrehen, 
Rückreihe li. Maschen.
Umdrehen.
Dann auf der glatten vorderen Seite immer re. stricken und die 2. und vorletzte Masche verdoppeln,
die linke Seite einfach drüberstricken ohne Zunahme. 
hex hex
Umgeschlungen und im Herbst zur Jeansjacke o.ä. kann man es anziehen...
sieht dann  mal nicht wirklich so schlecht aus, wobei das
Tragegefühl nicht schön ist - alleine der Gedanke.



O.k. und wenn Ihr jetzt noch hier seid...

Seht ihr die Bohnen? Ganze 3 Stück habe ich, Bohnen wohlgemerkt. 1 Pflanze = 3 Bohnen.
Und 1 Olive, d.h. eigentlich ganz viele, aber eine hat schon eine beträchtliche Größe,
Hänge-Tomaten, orange, zuckersüß.
Und oben bei den Socken seht Ihr noch mein Unsterblichkeitskraut, in Fachkreisen Jiaogulan.
Davon mache ich mir fast täglich (brrrr) 1 Tasse Tee (und ich trinke sie auch:)

Kommentare:

  1. Liebe Birgit,
    ja - der Holunder. Der hat es mir auch angetan, der Name kommt nicht von ungefähr ;o). Als wir vor 20 Jahren in dieses Haus zogen, pflanzte ich einen Ableger vom Holunder meiner Eltern in den Vorgarten. Am nächsten Tag beobachtete ich meine alte Nachbarin dabei, wie sie den Setzling ausriss und vor sich hinschimpfte, dass "wir solches Unkraut hier nicht haben wollen". Sie fand den Strauch wohl eher gruselig... Schade.
    Das Tuch sieht getragen wirklich besser aus, als man hätte denken können und ich zolle dir Respekt, weil du dir trotz deiner (sehr nachvollziehbaren) Abneigung gegen das Garn die Arbeit gemacht hast.
    Bevor du es dann im Herbst trägst, wäre mir allerdings erst noch etwas Sommerwetter recht.
    Claudiagruß

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  2. Liebe Birgit,
    du hast mich mit der Wollverwertung so inspiriert, dass ich mir ein Wolle-Kaufverbot erteilt und mit Resteprojekten angefangen habe. Auf dass die Schränke endlich mal leer werden...
    Du hast auf jeden Fall was Schönes daraus gezaubert, und vielleicht bekommt es immer mal wieder seinen Auftritt zur Jeansjacke!
    Der Holunder sieht sehr schön aus, was wäre der Sommer ohne Beeren und er hat einfach so was herrlich Ungezähmtes, dazu die satte Farbe ♥
    Ich hoffe, du hast eine tolle, sommerliche Woche!
    Liebe Grüße!
    Bianca

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